Barrieren der Nutzung kultureller Einrichtungen – Ergebnisse sind veröffentlicht
Die Ergebnisse des Lehrforschungsseminars an der Universität Hildesheim im Wintersemester 2009/10 sind auf den Forschungsseiten des Institut für Kulturpolitik veröffentlicht: www.kulturvermittlung-online.de.
Wir danken allen beteiligten Studierenden für ihr überdurchschnittlich hohes Engagement.
Birgit Mandel & Thomas Renz
…..and the winner is……
2. December 2009, 13:32
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Endlich haben wir qualitative Forschungsprojekte mit kreativen Impulsen entwickelt. Aus den Ergebnissen eines umfassenden Brainstormings wählten die Seminarteilnehmer vier Settings, die in den nächsten Wochen weiterentwickelt und durchgeführt werden. Dazu zählen
Opernquiz am Glühweinstand
Passanten wird ein kostenloser Glühwein angeboten. Während sie diesen trinken nehmen sie an einem Werbespotquiz teil: Sie müssen TV Werbespots mit Opernmusik erraten. Ziel ist es, über dieses Setting mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und über ihr Image von Opern und Kulturinstitutionen zu reden.
Kulturscouts
Es finden begleitete Kulturbesuche mit Nicht-Kulturnutzern statt. Dies haben „freie Auswahl“ aus verschiedenen Angeboten. Ziel ist es, über Erlebtes zu sprechen und Fragen zu Barrieren und Image zu stellen.
Berufsspartenforschung
In diesem Setting werden Angehörige von Berufssparten, die indirekt mit Kultur in Kontakt sind untersucht. Das können Maurer, Handwerker, Floristen, Modeverkäufer, Hausmeister, Tätowierer oder Friseurin sein. Ziel ist es, deren Tätigkeit in Bezug zu entsprechenden Kulturberufen zu setzen und im Gespräch darüber zu reflektieren. Beispielsweise wird der Tätowierer über sein Verhältnis und seine Selbstwahrnehmung zur bildenden Kunst befragt.
Offener Bestechungsversuch
Ein einfacher Gesprächsimpuls provoziert: Was muss ich Ihnen geben, damit Sie eine Arie aushalten? Verschiedene Anreize werden angeboten. Wer die Arie aushält, kann auch weitere „Prüfungen“ bestehen. Für welche Sachen würden Nicht-Kulturnutzer eine Performance oder neue Musik „erleiden“. Ziel dieser Provokation ist es, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und Image und Barrieren zu ermitteln.
Forschungsgegenstand und Forschungsfrage der Nicht-Kulturnutzeruntersuchung
25. November 2009, 11:25
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Bevor es in der nächsten Woche endlich damit losgeht, dass das Seminar eigene Forschungssettings mit kreativen Methoden entwickelt und durchführt, wurden noch einmal der eigentliche Forschungsgegenstand und die Forschungsfragen geklärt. Vor allem in der qualitativen Forschung ist es wichtig, immer regelgeleitet zu arbeiten. Der kommende Forschungsprozess ist so „offen“ angelegt, dass wir neue Perspektiven einnehmen werden und immer wieder Neuland betreten werden. Dann wird es hilfreich sein, sich immer wieder auf die Grundfragen zu besinnen.
Als Forschungsgegenstand einigen wir uns auf Nicht-Kulturnutzer, welche keine öffentlich geförderten, außerhäuslichen Kulturveranstaltungen besuchen. Durch die Eingrenzung auf öffentlich geförderte Kultur umgehen wir die für Kulturpublikumsforschung oft schwer zu lösende Frage, von welchem Kulturbegriff ausgegangen wird. Wir delegieren dessen Definition quasi an die Akteure der Kulturpolitik; was gefördert wird interessiert uns.
Zudem wird öffentliche Förderung aus Steuergeldern finanziert und dadurch entsteht eine weitere Legitimation bzw. Relevanz für eine Untersuchung der Nicht-Nutzer dieser Förderungen. Irgendetwas muss schließlich so besonders an Kultur sein, dass unsere Gesellschaft dafür jährlich 8 Milliarden Euro an Steuergeldern ausgibt.
Unsere Forschungsfragen umfassen drei Themen:
- Welchen Kulturbegriff haben Nicht-Nutzer und (wie) verhindert das daraus resultierende Kulturimage Interesse an und Besuche von kulturellen Veranstaltungen?
- Welche (alternative) Freizeitaktivitäten haben Nicht-Kulturnutzer?
- Welche objekt- und subjektbedingten Barrieren verhindern Kulturbesuche?
Ab der nächsten Woche werden hierzu qualitative Forschungssettings mit kreativen Methoden entwickelt.
T.R.
Künstlerische Forschung oder kreative Methoden?
19. November 2009, 11:41
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Wir kommen unserer Absicht, künstlerische Ansätze in der empirischen Sozialforschung zu entwickeln immer näher. Forschungsgegenstand und Forschungsfrage werden momentan konkretisiert und methodisch ist der Weg auch schon abgezeichnet: Die Devise lautet: Seid kreativ!
Bei einem Gastvortrag machte Vera Timmerberg deutlich, an welchen Stellen im Forschungsprozess Kreativität möglich ist:
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Kreativität bei der Fragestellung
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Kreativität bei der Feldauswahl
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Kreativität bei der Erhebungssituation
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Kreativität bei der Erhebungstechnik.
Die intensive Auseinandersetzung mit methodischen Fragen führte auch zu einer ersten Begriffseingrenzung: Immer weniger verwenden wir den Begriff der künstlerischen Forschung und nehmen uns immer mehr dem Begriff der kreativen Methoden an.
„Künstlerische Forschung“ ist seit den 1970er ein Begriff innerhalb der Bildenden Kunst und der Kunstwissenschaft. Im Grunde beschreibt er eine prozessorientierte Gestaltungsweise: Der Künstler wird nicht mehr einmalig „von der Muße geküsst“ und besitzt vor seiner künstlerischen Aktivität bereits ein klares Bild seines Kunstwerks. Vielmehr wird künstlerisches Schaffen zu einem Forschungsprozess: Der Künstler probiert aus, forscht in seiner Arbeit.
Beispiele dafür sind Spurensicherung (Boltanski/Lang), Land-Art (Long/de Maria) oder künstlerische Feldforschung von Beuys. An dieser Stelle wird erneut deutlich, dass „Forschung“ ein mehrdeutiger Begriff ist und neben wissenschaftlicher auch künstlerische und alltägliche Forschung beinhaltet.
Dementsprechend ist der gegenwärtige Diskurs über „künstlerische Forschung“ auch von der Kunstwissenschaft geprägt. Viele Begriffe stehen zur Disposition: artistic reseach, research in and through the arts, Kunst als Forschung, Forschung durch die Künste, Ästhetische Forschung oder Forschung mit kreativen Methoden.
Letzteres entwickelt sich mehr und mehr zu unserem Begriff: Forschung mit kreativen Methoden beschreibt einen qualitativ-empirischen Ansatz, bei dem Kreativität verschiedene Stellen des Forschungsprozesses beeinflusst und dadurch zu einem wissenschaftlichen Mehrwert der Erkenntnis beiträgt. Im Gegensatz zu anderen Verfahren der künstlerischen Forschung bekennen wir uns klar zu einer Hierarchisierung: Die künstlerische Qualität ist nicht unser Primärziel, sondern die wissenschaftliche Qualität. Kreative Methoden mit künstlerischen Ansätzen sind der Fragestellung untergeordnet und werden dem Untersuchungsgegenstand angemessen entwickelt.
Die Verwendung des Begriffs der „künstlerischen Forschung“ bedürfe einer grundsätzlichen Auseinadersetzung mit bestehenden Theorien zu diesem Begriff und müsste sich der Diskussion aussetzen, in wie weit Kunst und Wissenschaft mindestens gleichberechtigt agieren oder sogar eine dritte Dimension des Erkenntnisgewinns ermöglichen. Es ist nicht unsere Absicht diese Meta-Diskussion zum jetzigen Zeitpunkt zu führen. Primär geht es um die Entwicklung kreativer Forschungssettings und deren Umsetzung. Dafür nutzen wir den unverfänglicheren Begriff der kreativen Methoden.
Thomas Renz
Nicht-Besucherforschung: Befunde der empirischen Forschung
8. November 2009, 22:23
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Thomas Renz stellte dem Seminar den Stand der bestehenden – meist quantitativen – Forschungsarbeiten vor, welche Barrieren der Nutzung kultureller Einrichtungen thematisieren.
Im Gegensatz zur „Ist-Besucherforschung“ gibt es keine systematische Nicht-Besucherforschung und es existieren nur wenige Studien, welche das spannende Thema explizit erforschen.
Die Sekundärforschung zu den bestehenden Studien ergab zuerst objektbedingte Barrieren, also Hinderungsgründe, welche im Veränderungsbereich der Kulturinstitutionen liegen: Dazu zählt mangelnde Kulturinfrastruktur, zu teuere Eintrittspreise, nicht zielgruppengerechte Kommunikationspolitik, exklusiver Öffnungszeiten, mangelnde Vermittlungsangebote und auch schlechte inhaltliche oder stilistische Qualität des künstlerischen Angebots.
Schwerer abbaubar sind subjektive Barrieren, welche bei den Menschen selbst liegen. Das sind vor allem negatives Image von Kultur, eine abschreckende Atmosphäre, mangelnde soziale Einbindung, fehlende Zeit und andere Freizeitaktivitäten, sowie persönliche und biografische Aspekte. Darüber hinaus gibt es noch einige über diese Subjekt-Objekt-Beziehung hinausgehende gesamtgesellschaftliche Barrieren zu denen in erster Linie der Faktor Bildung gehört – sicherlich das wichtigste Kennzeichen für Kulturnutzung.
Der Abbau einer einzelnen Barriere wird selten unmittelbar zu einer Aktivierung von Nicht-Besuchern führen. Oft wird dadurch erst mal die Aktivität existierende Besucher intensiviert. Sind die „klassischen 50%“, also diejenigen die nie oder nur sehr selten Kultur nutzen, Objekt der Begierde, so bedarf es des Abbaus verschiedener Barrieren: Ein Absenken des Eintritts muss einher gehen mit einer offensiven Kommunikation in Medien, welche von der Zielgruppe auch gelesen werden. Kommen die dann beispielsweise endlich ins Museum, so muss dieses ein adäquates Vermittlungsprogramm vorhalten, das auf die Bedürfnisse dieser museumsfernen Milieus eingeht.
Eine der wenigen Studien, welche sich explizit mit Nicht-Besuchern beschäftigt ist online verfügbar. Es ist eine vom Deutschen Bühnen Verein herausgegebene Analyse von jugendlichen Nicht-Theatergängern.
Zu Gast: Dr. Susanne Keuchel stellt den Methodenansatz Ihrer Kulturforschung vor
28. October 2009, 11:54
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Dr. Susanne Keuchel vom Zentrum für Kulturforschung stellte dem Seminar die Methodenvielfalt Ihrer Studien vor. Keine der bisherigen Studien des renommierten Instituts beschränkte sich bisher auf eine einzige Methode. Alle waren eine Verbindung von qualitativen (theoriebildenden) und quantitativen (theoriebestätigenden) Ansätzen. Der verbindende Ansatz von Susanne Keuchels Arbeit stellt die Grounded Theory dar: Ein gegenstandsbezogenes Wechselspiel von induktiven und deduktiven Methoden.

Im Vortrag wurde deutlich, dass es sinnvoll ist, stets alles Mögliche zu erfragen. Nur weil es bei manchen Aspekten erst mal schwierig scheint, standardisierte Bewertungskriterien zu entwickeln, ist es keine Lösung, diese Themen einfach wegzulassen. Vielmehr ist es Aufgabe der Forscher, Methoden zu finden, mit welchen die Annahmen überprüft werden können.
Dr. Susanne Keuchel macht das am Beispiel der Entwicklung von Qualitätsmerkmalen der Kinder- und Jugendkulturarbeit deutlich: Das Evaluationsteam ging davon aus, dass der Charme der Projektleitung einen Einfluss auf die Qualität eines Projekts haben kann – eine sicherlich gut nachvollziehbarer Annahme. Man denke beispielsweise an Sir Simon Rattle als omnipräsenter Leiter von „Rhythm is it“. Wie kann diese These nun in einem Evaluationsprozess standardisiert und überprüft werden? Dazu wurde ein siebenköpfiges externes Gremium gebildet, welches entschied, ob eine Projektleitung Charme besitzt oder nicht.
Sicherlich ist solch ein Vorgehen nicht so objektiv wie beispielsweise das Abzählen der Anzahl der Pressebericht über ein Projekt. Das Ignorieren des Charmes der Projektleitung innerhalb der Evaluation würde diese jedoch nicht unbedingt besser machen. Vielmehr besteht die Gefahr, dass die erforschten Themen dem üblichen Methodenarsenal angepasst werden. Dann ist empirische Forschung zwar „in sich“ richtig, beantwortet jedoch nicht die eigentliche Frage, was Qualitätskriterien von kulturellen Bildungsprojekten sind.
Dieses Überlegungen sind auch Grundlage für die Entwicklung qualitativer Methoden mit kreativen Ansätzen für die Nicht-Besucherforschung. Wir gehen davon aus, dass Themen wie Image oder Distinktionspotenzial von Kultur relevante besuchsverhindernde Barrieren darstellen. Aber standardisiert lassen sich diese nur schwer abfragen. Somit wird es unsere Aufgabe sein, mit viel Kreativität und ohne Furcht im Team neue Ansätze zu entwickeln und auszuprobieren, welche dem Gegenstand der Nicht-Besucher näher kommen.
Die zitierte Studie „Hoch hinaus“ ist kostenlos downloadbar.
Das Projekt „Rhythm ist it“ der Berliner Philharmoniker wird hier – mit einem kurzen Film – vorgestellt.
Thomas Renz
Uninteressante Angebote und keine Zeit – Barrieren der Studierenden
25. October 2009, 20:47
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Studierende der Kulturwissenschaften setzen sich beruflich bedingt täglich mit Kunst und Kultur auseinander. Der Tag beginnt mit einem Seminar zu Gründgens Inszenierungsstil, nach einer kurzen Kaffeepause gefolgt von einer Vorlesung zu Mozarts Opernwerk und am Nachmittag gibt es noch eine praktische Übung in kreativen Schreiben.
So gab es auf unsere Eingangsfrage was die Teilnehmenden persönlich daran hindere, öfters kulturelle Veranstaltungen zu besuchen, die nachvollziehbare Antwort: „Schwierige Frage, da man als KuWi-Student vielleicht auch Mal eine kulturfreie Zone braucht!?“
Die anderen Antworten korrespondieren mit „klassischen“ besuchsverhindernden Barrieren: Signifikant häufig wurden Kritik an interessanten Angeboten in erreichbarer Nähe und fehlende freie Zeit genannt. Diese beiden Barrieren verhindern bei der Mehrheit der Befragten häufigere Kulturbesuche.
Mit etwas weniger Antworten, aber dennoch relevant wurden mangelnde Begleitung, generell uninteressante Angebote und zu teure Eintrittspreise genannt. Interessant war die ebenfalls mehrfach geäußerte selbstkritische Einschätzung, dass die eigene Bequemlichkeit und Faulheit einen lieber zu Hause im Sessel lässt.
Spannend war letztlich die seltener geäußerte Kritik an künstlerischen Inhalten im Sinne von Barrieren der Kulturnutzung. Dazu zählten mangelnde Einführungsangebote, die Befürchtung den „Sinn“ nicht zu verstehen, fehlende Zugänge zu bestimmten Kulturbranchen, sowie die Erfahrung, dass kulturelle Angebote häufig irrelevant für das eigene Leben waren.

Was bringen nun diese Äußerungen unserem Forschungsprojekt? Zum einen geben sie einen ersten Eindruck wie vielfältig Barrieren sein können. Grob lassen sich diese in objektbedingte, also vom kulturellen Angebot ausgehende und subjektbedingte Barrieren unterteilen. Letztere gehen vom inaktiven Nicht-Besucher aus.
Zum anderen zeigen die Ergebnisse wie sinnvoll eine offene Fragestellung am Beginn eines Forschungsprojekts sein kann. Neben den klassischen Barrieren ergab die Sammlung auch „neue“, in bekannten Nicht-Besucherstudien bisher so noch nicht ermittelte Barrieren, wie beispielsweise die Kritik an künstlerischen Inhalten oder die geäußerte Bequemlichkeit. Nachdem in den nächsten Seminarsitzungen die bestehenden Erkenntnisse zum Kulturpublikum und zum Nicht-Publikum vorgestellt werden, kann diese erste Sammlung einen Beitrag zur folgenden Formulierung unserer Forschungsfragen beitragen.
T.R.
Empirisches Forschen beginnt bei uns selbst!
21. October 2009, 15:21
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Empirische Sozialforschung bedeutet im weitesten Sinne Beobachtung sozialer Phänomene mit allen möglichen Sinnen. Das Ziel unserer Veranstaltung ist es, Barrieren der Nutzung kultureller Einrichtungen mit qualitativen Methoden der empirischen Sozialforschung zu ermitteln. Der erste Schritt bestand darin, dass alle SeminarteilnehmerInnen Gründe sammelten, welche sie persönlich daran hindern, manchmal Kulturveranstaltungen nicht zu besuchen. In einer zweiten Frage wurden erste Vermutungen entwickelt, welche Barrieren denn im Allgemeinen entsprechende Aktivitäten verhindern.

In Kürze werden diese sehr interessanten Ergebnisse hier aufgeführt….
Thomas Renz
…not for the likes of you!
“Kultur – ist zwar wichtig, spielt in meinem Leben aber keine Rolle!”
Diese Aussage könnte von annähernd 50% der deutschen Bevölkerung stammen. Sie zeigen kein Interesse an Bildender Kunst, würden nie auf die Idee kommen, freiwillig ins Museum zu gehen und waren zuletzt als Schüler zwangsläufig in einer Theatervorstellung.
Seit einigen Jahren rückt dieser nicht unbeträchtliche Teil der Bevölkerung auch in das Interesse der Kulturforschung. Vorreiter in der Erforschung von Motiven von Kulturnutzern und Barrieren, welche Aktivitäten verhindern sind britische Wissenschaftler. Das English Arts Council – eine staatliche Kulturbehörde – forscht unter dem Solgan ..not for the likes of you!”.
Dieses Blog begleitet das Forschungsprojekt “Barrieren der Nutzung kultureller Einrichtung”, welches im Wintersemester 09/10 von Prof. Dr. Birgit Mandel und Thomas Renz im Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim angeboten wird.
Die Besonderheit unserer Herangehensweise ist unsere Absicht, künstlerische Ansätze in der qualitativen Sozialforschung zu entwickeln, um mehr darüber zu erfahren, weshalb die Hälfte der Bevölkerung an öffentlich geförderten Kulturangeboten überhaupt kein Interesse zeigt.
Damit liefern wir einen Beitrag zur aktuellen Diskussion, welche Potentiale künstlerische Forschung für empirische Sozialforschung bietet.
Bevor es losgeht empfehlen wir die neue Forschungsplattform des Instituts für Kulturpolitik:
http://www.kulturvermittlung-online.de
Birgit Mandel & Thomas Renz